Kreative Musse – Fotografie und plastisches Gestalten

 

Ruedi Dietiker, Hölstein

Sommer 2022

Basel - etwas anders

... wie die alte Fasnacht. Oder, wer denkt denn jetzt noch an die Fasnacht? Eben, hinterherkommen wie ... ! In Basel findet man zwar jederzeit ein paar angefressene Fasnächtler, derzeit beispielsweise auf dem Bummel (sonntäglicher Ausflug der Cliquen mit Pauken und Trompeten, - pardon, mit Trommeln und Piccoli - an den drei folgenden Sonntagen nach den drei schönsten Tagen). Zu finden wären auch immer aufmerksame Fasnächtler, die bereits wieder die Ohren offen haben für Sujets, Themen oder für «wichtige Aussagen» und Begebenheiten mit Blick auf kommende Schnitzelbänke, Laternenverse und auf neue, ein bisschen überzeichnete oder klassische Larven.

Und dann gibt es noch den einen oder andern Liebhaber-Fotografen, der die Fasnachts-Helgen aus der Kamera sichtet, ordnet und aufarbeitet, dies oft noch parallel zum Osterhasen, der bereits seine Eier legt. Hier einige zweitrangige, nicht «heilige Bilder», also Helgen der zweiten Reihe, Bilder auch, die es nicht in traditionsbewusste Fasnachts-Galerien, oder auf die Titelseiten der aktuellen Fasnachtsbericherstattung bringen würden.

Apropos, ich bin eigentlich kein echter Basler, auch kein Fasnächtler, eher eine Art heimatloser Mitläufer, einst mit den Kindern, heute mit den Grosskindern, beide Generationen mit ihren selbst gebastelten Larven und herzhafte «Räppli-Schmeisser» und erfolgreiche «Täfi-Sammler». Ich bin auch stets interessierter Schnitzelbankkonsument und ganz allgemein ein staunender Betrachter (mit Kamera) der überaus kreativen, fast grenzenlosen Vielfalt der fantasievollen Kostüme und vor allem der Larven.

Etwas anders war heuer auch die Fasnacht in Basel, das heisst ohne Cortège, kurz, ohne Traktoren mit fasnächtlichen Anhängern, bestückt mit Bergen von Orangen, die in alle Richtungen geschmissen oder verteilt werden, und auch ohne Räpplikanonen. So rückten die kleinen Chaisen ins Blickfeld. Basel etwas anders - Hauptsache scheen.

Januar 2022

Wo bleibt der Schnee? Wo die schönen Winterbilder wie ich sie mir wünsche? Geduld bringt Rosen, sagt man. Gilt das auch im Januar? Wie auch immer, ich sitze ohne Schnee öfter im Büro und schaue im basellandschaftlichen Waldenburgertal in unseren Garten, auch rückwärtsgewandt. Die Bilder von blühenden Blumen und warmen Tagen sind noch da. Der Garten liefert fast immer gefällige Bilder, auch gedanklich: wachsen und werden, blühen, fruktifizieren, verfärben und vergehen. Und erstaunlich, vieles entsteht schon mit wenig Arbeit, sogar mit nichts tun, und dies in einer unerschöpflichen Vielfalt an Formen und Farben, und immer wieder anders. Unser Garten ist nicht spektakulär, weder fürs Auge noch für die Fotografie, vereinfachend gesagt, und mit Blick in die Umgebung, er fristet sein Dasein inmitten von unterschiedlich gestalteten Nachbarparzellen, auch Plastikbassins und moderne Steingärtchen sind zu sehen. Ich würde sagen, unser Garten ist unscheinbar, doch immer wieder (ver-)lockend. Apropos: Ob in Bassins mit einem Durchmesser von etwa zweieinhalb Metern oder in modernen Steingärtchen «Gartenträume» reifen? Könnte ja sein.

Es ist wohl kein Zufall, dass Gärten und Parkanlagen gern besucht werden, auch von mir, und gerade auch in unserer etwas speziellen Zeit. Mit Blick zurück auf das vergangene Jahr, gilt dies auch für Gartenausstellungen mit saisonalem Pflanzenangebot, bereichert mit Gartenschmuck, Skulpturen, mit Kreationen aus Menschenhand. Ich denke da an die «DiGa» (Die Gartenmesse; auch als Verkaufsplattform gedacht) auf Schloss Beuggen bei Rheinfelden. Gern blieb ich da stehen vor einmaligen Pflanzen und erstaunlichem Kunsthandwerk. Ich verweile da jeweils gern für einen Moment und immer wieder staune ich über Ideen und Arbeiten, die einen Garten bereichern können, ja, ich bewundere immer wieder aufs Neue, was Mensch und Natur im Garten und überhaupt hervorbringen, oft fast unbemerkt hinter dem Haus oder neben dem lauten Tagesgeschäft.

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